Antrag: Stabiles Stromnetz durch dezentrale Speicher

Im Vorfeld der Ratssitzung am 10. März 2026 beantragt die SPD-Fraktion Schwalmtal, die Tagesordnung um die Erarbeitung eines Konzepts zur Sicherstellung einer stabilen Stromversorgung zu erweitern. Die Verwaltung soll in Abstimmung mit dem zuständigen Netzbetreiber beauftragt werden, eine strategische Grundlage für den Auf- und Ausbau dezentraler Speicher- und Energiesteuerungssysteme zu erstellen.

Das Konzept soll als detaillierte Bestands- und Potenzialanalyse dienen. Hierzu fordert die Fraktion eine Vorstellung der aktuellen Netzinfrastruktur, eine Bewertung bestehender Notbetriebskonzepte sowie mittel- und langfristige Prognosen zum Energie- und Leistungsbedarf. Zudem sollen die konkreten Planungen des Netzbetreibers zur Betriebssicherheit, Resilienz, Inselnetzbildung und Schwarzstartfähigkeit dargestellt werden. Ein zentraler Kern des Antrags ist die Prüfung, inwiefern sich die Erkenntnisse des rheinischen Forschungsprojekts „NEKOM“ – welches die städtebauliche Integration von Speichersystemen in kleineren Kommunen untersucht – auf Schwalmtal übertragen lassen. Sollten die Analysen positiv ausfallen, soll gemeinsam mit dem Netzbetreiber eine Grobskizze für das weitere Vorgehen erarbeitet und nach Fördermöglichkeiten gesucht werden.

Zur Begründung verweist die SPD auf neue Risiken für die Stromnetze, die sich durch den massiven Ausbau erneuerbarer Energien sowie durch gestiegene Gefahren von technischen Störungen, Extremwetterlagen oder gezielten Sabotageakten ergeben. Da die Stromversorgung im ländlichen Raum wie Schwalmtal meist über eine gemeinsame Trasse an das Hochspannungsnetz angebunden und damit anfällig für Totalausfälle ist, bieten lokale Energiespeicher (etwa gekoppelt mit privaten PV-Anlagen, in Industriebetrieben oder an Windkraftanlagen) einen Lösungsansatz zur Stabilisierung.

Die Ausgangsbedingungen in Schwalmtal werden als sehr gut bewertet, da durch Windkraft bereits rund 26,5 MW Leistung erzeugt werden, weitere Anlagen anstehen und die gemeindlichen PV-Anlagen jährlich über 500.000 kWh Strom liefern. Um diese Energie im Krisenfall bei einem Ausfall der Hochspannungsebene tatsächlich nutzen zu können, müssen jedoch die technischen Voraussetzungen für ein stabiles Inselnetz geschaffen sowie lokale Steuerungseinrichtungen (wie Smart-Meter-Gateways und Energiemanagementsysteme) koordiniert werden. Das Vorhaben soll die Versorgungssicherheit erhöhen und gleichzeitig die Akzeptanz der Energiewende in der Bevölkerung stärken.

Den gesamten Antrag finden Sie hier: Zum Antrag (PDF)