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Schwalmtal Freitag, 30. September 2011

Verärgerung in Niederkrüchten


Schuldiskussion: Nicht alle begrüßen CDU-Vorstoß

Schwalmtal/Niederkrüchten (Red).

Die Niederkrüchtener Realschule hat am Wochenede ihr zehnjähriges Bestehen gefeiert.
Nach turbulenten Monaten, in denen sogar eine Schließung wegen mangelder Schülerzahlen im Gspräch war,
hatte sie eigendlich wieder ruhiges Fahrwasser erreicht: 69 Schüler im fünften Schuljahr, die Pespektive,
dass Wegberger Eltern die Schule für ihre Kinder auf Dauer attraktiv finden könnten,
all das stimmte optimistisch. Doch in den Tagen vorher war wieder Unruhe in Form des Landes-„Schulfriedens" ins Grenzland gekommen.
Die Schwalmtaler CDU hatte den Vorstoß gemacht, gemeinsam mit Niederkrüchten und Brüggen
über die Einrichtung einer Sekundärschule nachdenken zu wollen (die GN berichteten).

Ein möglicher Standort, so hatte es der CDU-Landtags-abgeordnete Stefan Berger gesagt, könnte
das Niederkrüchtener Schulzentrum sein. Für ihn steht aber auch die
Schwalmtaler Janusz-Korczak-Realschule auf dem Prüfstand. Das sieht der Schwalmtaler CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Paschmanns schon etwas differenzierter:

„Wir werden doch nicht ohne Not den besten Gaul im Stall opfern", sagt er etwas salopp
mit Blick auf die Tatsache, dass die Realschule in Schwalmtal die weiterführende Schule
mit den besten Anmeldezahlen ist. In Niederkrüchten ist man „not amused" über diese Art Schwalmtaler Vorstöße.
„Als wir hier in Niederkrüchten eine neue Schulform einführen wollten, die noch Gemeinschaftsschule hieß,
da hat die Niederkrüchtener CDU mit Unterstützung von Dr. Stefan Berger alles getan, um das zu verhindern",
sagt Marianne Lipp von den Bündnis-Grünen. Man sei für eine regionale Zusammenarbeit.

„Aber wenn wir verhandeln, dann bitte auf Augenhöhe - und nicht unter einem Diktat der Schwalmtaler CDU.
Wir könnten hier in Niederkrüchten schon eine neue weiterführende Schule haben,
wenn die CDU das nicht verhindert hätte." Auch Niederkrüchtens Bürgermeister Herbert Winzen
findet deutliche Worte. „Es kann nicht angehen, dass eine Schwalmtaler Fraktion Gesprächspartner für Nachbar- gemeinden sein soll", sagt er. „Und dann noch mit Vorgaben", ergänzt er kopfschüttelnd
mit Blick auf Paschmanns' Äußerung zum „besten Gaul". Er will eine Bürgermeisterrunde der Westkreis-Gemeinden einberufen, um das weitere Vorgehen abzustimmen.
„Es darf nicht wieder eine Verunsicherung der Eltern geben", ist er überzeugt.

Die Schwalmtaler SPD begrüßt, dass „die CDU endlich in der Realität angekommen" sei,
wie ihr Vorsitzender Marco Kühn erklärt. Nachdem sich die CDU bislang trotz
zurückgehender Schülerzahlen an das bestehende Schulsystem geklammert habe,
sei es zu begrüßen, dass sich nun-mehr offenbar diejenigen durchgesetzt hätten,
die sich der Realität stellen.